Analyse

Wir verstehen Mimik, Gestik und Körpersprache heute als sichtbaren Ausdruck von kurzfristigen Emotionen und - länger anhaltenden - Stimmungen.

Diese Emotionen werden durch bekannte Gehirnstrukturen, die hauptsächlich im sogenannten Limbischen System lokalisiert sind, hergestellt und bewertet. Erst im nächsten Schritt nimmt der Mensch seine Emotion als ein Gefühl war, das er sich bewusst machen kann, bzw. das ihm - wenn stark genug - bewusst wird. Diese neurobiologisch fixierte Ablauf erklärt, wieso es dem Menschen unmöglich ist, seine Mimik, Gestik und Körpersprache in Echtzeit, das heißt sobald der auslösende Reiz eintrifft und dadurch eine Emotion auslöst, bewusst (um-) zu steuern. Auslösender Reiz meint hier alle über die fünf Sinne eintreffenden Signale (Bilder, Worte, Gerüche etc.) und im „inneren Milieu“ entstehende Gedanken und Körpergefühle. Kompliment an die Natur: Ein hocheffizientes Sender- und Empfängersystem, das noch dazu in der eigentlichen Gehirnsprache der Gefühle kommuniziert.

...End Of Story?......wohl eher nicht ;-)

Das Zauberwort heißt Neuroplastizität und ist ein Begriff, der seit ca. 20 Jahren in Neurologie, Medizin und Psychologie immer mehr an Bedeutung gewinnt. Er umschreibt die lebenslange Fähigkeit unseres Gehirns, „alles mit allem“ zu verknüpfen, das heißt jede neue Erfahrung in neuen Netzwerken von Neuronen anzulegen bzw. in bestehende neuronale Netzwerke im Gehirn zu integrieren. Dieses neuronale „Lernen“ funktioniert nach dem Prinzip: „Use it or loose it.“ Das bedeutet, dass ungenutzte Netzwerke „überschrieben“ werden.

Konkret: Ein Europäer verbindet sicher eine andere Emotion und ergo ein anderes Gefühl mit dem Lächeln seines Gesprächspartners als ein Asiate. Zöge der Europäer nach Asien um, würde er nach wenigen Wochen oder Monaten seine emotionale Bewertung eines Lächelns umlernen. Mit genau denselben Mechanismen kann jeder Teilnehmer lernen, bestimmte Situationen mit dezidierten Gefühlen und Emotionen zu verknüpfen. Er kann lernen durch bestimmte Denkmuster seine Mimik, Gestik und Körpersprache in der gewünschten Weise - dann unbewusst - zu steuern. Dieser Mechanismus wirkt in beiden Richtungen und verstärkt sich quasi selbst.

...Treffen sich zwei Gehirne...

Wir alle haben wohl schon die Erfahrung gemacht: Da kommt jemand zur Tür rein und wir mögen ihn nicht, ohne auch nur ein Wort gewechselt zu haben. Genauso kennen wir die Situation, dass uns ein Kind freundlich oder scheu anlächelt und wir lächeln - unwillkürlich - zurück. Hier ist eine Gehirnstruktur namens Spiegelneuronen im kommunikativen Spiel. Diese Spiegelneuronen dienen - wie der Name schon sagt - dazu, die Mimik unseres aktuellen Gesprächspartners zu „spiegeln“ und dadurch seine Emotion in unserem Gehirn abzubilden. Wir „verstehen“ ihn, ohne überhaupt ein Wort gewechselt zu haben. Dieser Mechanismus läuft permanent unbewusst ab und transportiert den „emotionalen“ Wert unserer Äußerungen. Vereinfacht ausgedrückt lautet demnach unser Fazit:

Wer seine eigenen Emotionen steuert, steuert auch seine Mimik, Gestik und Körpersprache und kann über den erwähnten Spiegelmechanismus erheblichen Einfluss auf die Emotionen seines Gesprächspartners nehmen.

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Angebot

Wir bieten für die Weiterbildung im Bereich der Kommunikation verschiedene Konzepte an, die sich am individuellen Kenntnisstand Ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte orientieren.

 

Bevor „wir zur Tat schreiten“ entwickeln wir gemeinsam mit den jeweiligen Fachvorgesetzten das Trainingsprogramm, um Ihre zum Teil jahrelange Erfahrung mit den Teilnehmern und der Kultur des Unternehmens zu nutzen und um Reibungsverluste zu minimieren.

Komplexe Themen wie das Modul „Mimik, Gestik und Körpersprache“ lassen sich dabei unserer Erfahrung nach praktisch einzig durch Seminare vermitteln. So stellen wir sicher, dass die nötigen Grundlagen erarbeitet bzw. auf den neuesten Stand gebracht werden. Ziel der Seminare ist es die Teilnehmer soweit zu schulen, dass sie in die Lage versetzt werden, in vergleichbaren Situationen eine Lösung aus eigener Kraft herzuleiten und in die Tat umzusetzen.

Bei der mentalen Nachbereitung der Seminare und bei klassischen Coaching Themen wie Gesprächstechnik und Motivation empfehlen wir auf jeden Fall ergänzend ein Training "on the job". Beim Face To Face Coaching setzen wir dann auf lernpsychologisch optimierte Kommunikation wie „Führen über Fragen“, um effektive Lernerfolge zu sichern.

Als externe Coaches nutzen wir dabei den Vorteil gegenüber der internen Führungskraft, schnell und umfassend eine Vertrauensebene aufzubauen, die dem Mitarbeiter einen offenen Umgang mit seinen Potentialen ermöglicht. Dadurch steigt die Bereitschaft ineffiziente Rituale aufzubrechen und durch neues und effektiveres Verhalten zu ersetzen. Gute Erfahrungen haben wir hier auch mit Train The Trainer Seminaren für die verantwortlichen Führungskräfte gemacht, die in der Folge ihre Teams effektiver "on the job" trainieren können Es zeigt sich dabei regelmäßig, dass kommunikative Themen zum „Selbstläufer“ werden, sobald eine kritische Menge an Anwendern in einer Organisation erreicht ist.

Wir freuen uns auf Sie J

 

 

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